Was die GroKo für die Hochschulbildung bedeutet

(c) Deutscher Bundestag / Achim Melde

Habemus GroKo! Man mag es gar nicht glauben, aber wir haben in Deutschland endlich eine Regierung: die große Koalition, bestehend aus SPD, CDU und CSU. Und da jede Regierung eine andere Bildungspolitik mit sich bringt, haben wir einmal kurz für Dich zusammengefasst, was Du von der GroKo nun erwarten kannst.

Das sagt der Koalitionsvertrag

“Bildung, Wissenschaft und Forschung sind die Schlüsselthemen für Deutschlands Zukunft.” Damit beginnt das Kapitel “Offensive für Bildung, Forschung und Digitalisierung” im Koalitionsvertrag 2018. Das ist eine starke Ansage. Doch was steckt dahinter?

Die größte Änderung ist wohl, dass das sogenannte Kooperationsverbot aufgehoben wurde und Bildung nun nicht mehr nur Sache der Länder, sondern des Bundes ist. Das heißt, der Bund darf gezielt Mittel verteilen und Maßnahmen fördern. Klingt erstmal gut, ob und was diese Neuerung wirklich bringt, wird sich zeigen müssen.

Insgesamt soll auch der hochschulübergreifende Austausch in Bezug auf erfolgreiche Lehrkonzepte gefördert werden.

Fachhochschulen sollen gestärkt werden

Die GroKo betont die Wichtigkeit der Fachhochschulen im neuen Koalitionsvertrag. Im Zuge dessen soll nicht nur der Weg zur Hochschulprofessur erleichtert, sondern auch die grundsätzliche Innovationsfunktion soll weiter ausgebaut werden.

Die GroKo ist auch in anderen Aspekten sehr spendabel. So soll zum einen das BAföG erhöht werden und auch die Stipendienkultur sowie die Begabtenförderwerke sollen ausgebaut und großzügiger werden. Für die BAföG-Erhöhung soll rund eine Milliarde Euro bereitgestellt sein.

Bei der Schaffung von studentischem Wohnraum ist die GroKo leider sehr unspezifisch. Lediglich ein Satz steht dazu im Koalitionsvertrag. Womit wir da also rechnen können, ist und bleibt vorerst völlig unklar.

3,5% des BIP für Forschung

Auch im Bereich der Forschung soll viel geschehen: eine Forschungsdaten-Infrastruktur sollen aufgebaut werden, sodass Daten und Publikationen einfacher zugänglich sind und der internationale Austausch voran gebracht werden kann. Darüber hinaus sollen Forschungscampi errichtet werden und durch eine sogenannte Hightech-Strategie unter anderem die Forschungsfelder Digitalisierung, Gesundheit, Klima sowie Energie und Mobilität ausgeweitet werden. Dafür sollen 3,5% des deutschen Bruttoinlandsproduktes (rund 126 Milliarden Euro) verwendet werden.

Viele vorgenommen, aber was kommt am Ende?

Politik(ern) wird oft vorgeworfen, nicht Wort zu halten: es wird viel versprochen, aber wenig gehalten. Das stimmt aber so gar nicht. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wurde ein Großteil der Versprechen der letzten GroKo (2013-2017) eingehalten. Ob das bei dieser GroKo auch der Fall sein wird, weiß niemand. Aber die Zeichen dafür stehen zumindest nicht schlecht. Wir sind jedenfalls gespannt! Was ist mit Dir? Glaubst Du an die Versprechen der neuen Regierung? Und vermisst Du was?

 

Auf der Seite des MDR findest Du den ganzen Koalitionsvertrag.

 

 

 

 

Bildnachweis: (c) Deutscher Bundestag / Achim Melde

Autor:
quentin

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