Unter Freunden #002 – “Wir setzten uns für die Gleichberechtigung an der Hochschule ein”

Diversity, Nachhaltigkeit und Tierwohl! Ronja Link – ehemalige AStA Referentin – engagierte sich neben ihrem Master in zahlreichen Projekten, die ihr am Herzen liegen. Wo sie überall tätig war und was ihr die Gremienarbeit gebracht hat, erzählt sie Sergej im Interview.


In unserem Interviewformat “Unter Freunden” stellen wir euch Personen der Hochschule vor, die besonders aktiv sind oder eine besondere Geschichte zu erzählen haben. Also bekommt einen Eindruck davon, wer eigentlich hinter euren Hochschulfreund*innen stecken. Du hast auch etwas Interessantes zu erzählen? dann melde dich gerne unter pr@hochschulfreun.de mit deiner Geschichte. Wir freuen uns!


Hochschulfreunde: Hallo Ronja! Schön, dass du dir ein wenig Zeit während deiner Masterarbeit für dieses Interview genommen hast. Wie geht es dir denn zurzeit?

Ronja: Ich fühle mich ehrlich gesagt, in der aktuellen Situation oft wie das (April-)Wetter. Mal wie der Regen, dann fällt es mir schwerer mich zu motivieren und positiv zu denken. Aber auch wie die Sonne, dann bin ich einfach dankbar für meine Freundschaften, meine Familie und alles, was ich bis jetzt erreicht habe.

Deinen Bachelor hast du in Erfurt absolviert und studierst jetzt seit WiSe 2018 an der Hochschule Osnabrück den Master Business Management. Zwei Jahre warst du jetzt im AStA tätig. Magst du uns erzählen, wie du in den AStA gekommen bist?

Zu Beginn meines Studiums war ich auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit und kam so zufällig auf die Hochschulfreun.de Webseite und entdeckte das freie Shop-Referat. Auf das ich mich schließlich beworben habe.

Doch bei der AStA-Arbeit sollte es nicht bleiben und du hast dich schließlich noch in vielen anderen Bereichen aktiv eingebracht. Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten hast du noch übernommen?

Zwei Jahre lang war ich noch im Tierheim tätig und bin dort mit den Hunden spazieren gegangen. Leider ist dieses Ehrenamt in letzter Zeit etwas eingeschlafen.

2019 habe ich noch gemeinsam mit NEO das Projekt “Fashion Revolution Week” mitgestaltet. Hier ging es uns darum über die Situation und die negativen Auswirkungen der Fast Fashion Industrie aufmerksam zu machen, wie es beispielsweise der Einsturz von 2013 der Rana Plaza Fabrik in Bangladesch aufzeigt. In der Woche haben wir einiges auf die Beine gestellt, z.B. berichteten Second-Hand-Shop Besitzerinnen aus Osnabrück über nachhaltige Modealternativen.

Neben meiner AStA-Tätigkeit bin ich des Weiteren noch in der Arbeitsgruppe (AG) „Diversity and Equality“ tätig. Mit der AG wollen wir für mehr Gleichberechtigung an der Hochschule sorgen. Wir konnten auch schon einiges erreichen: mittlerweile gibt es einen Erstkontakt für Studierende mit Beeinträchtigung und das Thema Nachteilsausgleich sind wir ebenfalls angegangen. Zusätzlich wurde ich vom Studierendenparlament (StuPa) als studentische Vertretung im Auswahlgremium Deutschlandstipendium entsendet.

Wow, das ist ja eine ganze Menge.

Ein Vögelchen hat mir zu gezwitschert, dass du nicht nur während deiner Zeit in Osnabrück engagiert warst. Du warst also vorher schon ehrenamtlich tätig. Was hast du vorher gemacht und wo warst du aktiv?

Ich war während meines Bachelorstudiums in Erfurt im Fachschaftsrat tätig. Zusätzlich habe ich mich in Jena bei AIESEC engagiert. Da musste ich von Erfurt aus pendeln, das war auf Dauer etwas anstrengend, es war dennoch eine großartige Erfahrung für mich.

Welchen Unterschied konntest du zwischen dem Ehrenamt in Erfurt und der Gremienarbeit an der Hochschule Osnabrück feststellen?

Im AStA bin ich viel länger tätig gewesen als im Fachschaftsrat. Beim AStA war ich gewähltes Mitglied und hatte dadurch ein Stimmrecht. Im Laufe der Zeit versteht man die Funktionen der anderen Gremien viel besser, da man insgesamt einen besseren Überblick bekommt. Des Weiteren hatte ich hier an der Hochschule viel mehr Kontakt zu Mitarbeitenden.

Welche Themen sind dir während der gesamten Zeit wichtig gewesen? Worauf hast du dich in deiner Gremienarbeit fokussiert?

Primär habe ich mich um den AStA-Shop gekümmert. Ich war im Detail für den Verkauf sowie die Beschaffung von Lernmitteln für Studierende zuständig. Neben der klassischen Referatsarbeit sind mir soziale und ökologische Themen ein persönliches Anliegen sowie das Thema Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit.

Hast du das Gefühl, in deiner Gremienzeit etwas bewegt zu haben? Wenn ja, was genau?

In unseren Referaten haben wir viel Eigenverantwortung und Spielraum in unseren Tätigkeiten. Neben der Arbeit im Shops habe ich vor allem bei den sozialen Themen gemerkt, dass wir als studentische Vertretung im AStA in die Entscheidungsprozesse der Hochschule einbezogen werden. So konnte ich meine Meinung einbringen und die Interessen der Studierenden gegenüber der Hochschule vertreten.

Welche Kompetenzen oder Erfahrungen nimmst du aus deinen Tätigkeiten mit?

In der Gremienarbeit trifft man auf pluralistische Meinungen, dadurch lernt man im Team zu arbeiten, einen diplomatischen Umgang miteinander und das jedes Ziel auch mit Kompromissen einhergehen kann.

Zum Schluss wollen wir natürlich auch von dir erfahren, was dein absolutes Highlight während deiner Gremienarbeit war?

Mein absolutes Highlight waren die Zeiten nach den Sitzungen im AStA Garten, wo wir uns bei ein oder zwei Bier über Gremienthemen und darüber hinaus ausgetauscht haben.

Vielen Dank liebe Ronja, für den tollen Einblick in deine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Jetzt wollen wir dich aber nicht länger vom Schreiben deine Masterarbeit abhalten und wünschen dir viel Erfolg!

Das Interview wurde am 15.03.2021 über Zoom durchgeführt.

Autor: Sergej Friesen ist Mitarbeiter des Allgemeinen Studierendenausschusses