
Seit dem 7. September können Studierende der Fakultät AuL ihre CampusCard nicht mehr außerhalb der regulären Hochschulöffnungszeiten (08:00 bis 20:00 Uhr) nutzen, um Türen zu öffnen, dies betrifft auch PC-Pools, Lernlandschaften und die Werkstätten. Als Fachschaft sehen wir diese Einschränkung kritisch.
Die neuen Zeiten bedeuten für viele Studierende eine deutliche Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Besonders betroffen sind Studierende der Landschaftsarchitektur: Ein großer Teil des Studiums besteht aus Projektarbeiten, die sich häufig nicht innerhalb der regulären Öffnungszeiten erledigen lassen. Gerade bei Gruppenarbeiten ist es oft kaum möglich, gemeinsame Termine am Vormittag oder Nachmittag zu finden, zu unterschiedlich sind Stundenpläne, Nebenjobs und weitere Verpflichtungen. Die Möglichkeit, auch abends in den Computerräumen, den Werkstätten und an der Hochschule zu arbeiten, ist für viele fester Bestandteil des Studienalltags. Auch für andere Studierende bedeuten die neuen Öffnungszeiten eine Verschlechterung der Prüfungszeit, wenn Räume wie die Lernlandschaft nicht mehr nach 20 Uhr genutzt werden können. Viele Studierende brauchen vor allem in stressigen Prüfungszeiten eine andere Umgebung als Ihre eigene Wohnung um sich beim Lernen konzentrieren zu können.
Wir verstehen die Hochschule nicht nur als Ort für Lehrveranstaltungen, sondern auch als Aufenthalts- und Begegnungsort. Gerade abends nutzen Studierende die Räume zum gemeinsamen Arbeiten, zum Austausch oder um Zeit zwischen Veranstaltungen zu verbringen. Wir befürchten, dass durch sehr frühe Schließzeiten der Campus abends zunehmend „ausstirbt“ und genau dieser Raum für studentisches Leben verloren geht.
Wir können nachvollziehen, dass hinter der neuen Regelung organisatorische und wirtschaftliche Gründe stehen, allerdings darf mangelnde Organisation und fehlende Lösungsorientierung nicht zum Problem der Studierendenschaft gemacht werden. Da die Rückgabe der CampusCards jedoch mangelhaft kommuniziert wird und statt einer richtigen Problemlösung einfach Entscheidungen über den Kopf der Studierendenschaft getroffen werden, ist dies für uns nicht tragbar. Zudem können die aktiv Studierenden nichts für die Konflikte die von den ehemaligen Studierenden „ausgelöst“ werden. Wir wünschen uns, dass die tatsächlichen Bedürfnisse der Studierenden bei solchen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. Gerade in Studiengängen mit hohem Projekt- und Gruppenarbeitsanteil sind flexible Zugangszeiten aus unserer Sicht keine reine Komfortfrage, sondern ein wichtiger Bestandteil guter Studienbedingungen. Wir fordern daher, die geplanten Schließzeiten noch einmal zu überprüfen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, die sowohl den organisatorischen Anforderungen der Hochschule als auch dem studentischen Alltag gerecht wird. Als Fachschaft stehen wir für einen Austausch mit dem Dekanat zur Verfügung.
Gezeichnet
Fachschaftsrat Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur
